Dennoch bleibe ich stehts an dir!

Andacht von Pfarrer Jens Arnold

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat unser Leben rasant
verändert. Innerhalb weniger Tage erleben wir, wie unsere Kinder und Enkel
nicht mehr die Schule oder KiTa besuchen können. Wir sind im Homeoffice. Die Ausgangssperre,
die seit Freitag in Kraft ist, bringt nochmals radikale Veränderungen mit sich.
Selbstverständliches und Liebgewonnenes geht nicht mehr. Körperlich Abstand
halten ist das Gebot der Stunde, um sich und andere zu schützen.

Viele Veränderungen, die sich jetzt schon deutlich bemerkbar
machen, prägen unser äußeres Leben in dieser Ausnahmesituation. Doch das, was
da geschieht, hinterlässt ja auch deutliche Spuren in unserem Innenleben. Die
Nachrichten, die wir hören und lesen, mögen bedrängende Fragen in uns auslösen.
Wir sind in Sorge um unsere Angehörigen und auch um uns selbst. Wir denken an
die gesundheitliche Bedrohung, die vom Corona-Virus ausgeht. Und dazu kommen
Existenzängste, die Menschen umtreiben. Denn schon jetzt sind die wirtschaftlichen
Folgen deutlich spürbar, wenn vieles zum Erliegen kommt und einfach nicht mehr
gemacht werden kann.

Das alles mag unsere Zuversicht erschüttern. Das alles mag
es dunkel machen in uns. Wir fragen danach, was uns Halt geben kann. Wir fragen
auch nach dem, was uns trägt. Gottvertrauen – das mag Menschen helfen, wenn sie
sagen können: Mit dem Vertrauen darauf, dass Gott mir nahe ist, habe ich schon
so manche Krise bewältigt. Egal was kommt, Gott ist bei mir.

Für andere wird dieses Gottvertrauen auf eine harte Probe
gestellt und vielleicht erschüttert, wo Angst und Unsicherheit sich breit
machen – unter uns und in uns. Wir können nicht verstehen, warum das geschieht
und erleben es so, als wäre Gott weit weg in einer Situation, in der wir so
gern seine Nähe spüren würden.

Die Bibel schildert uns an vielen Stellen, wie Menschen
gerade in Situationen, die sie als Not und Ungewissheit erlebt haben, mit Gott
gerungen haben. Die Psalmen der Bibel sind Gebete, in denen Menschen ihr Lob,
aber eben auch ihre Klage vor Gott gebracht haben. Viele dieser Psalmen zeugen
davon, wie Menschen auch in der Not auf Gott vertrauten und so Halt und Kraft
erfahren haben.

Im Psalm 73 lesen wir: Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand. Wenn ich nur dich habe, frage ich
nichts nach Himmel und Erde.
Der Beter dieses Psalms setzt allen inneren Kämpfen,
allen Fragen und aller Ungewissheit, die in ihm sind, dieses „Dennoch“
entgegen. Er hält sich fest an Gott, auch wenn das für ihn nicht einfach ist.

An Gott bleiben. An Gott festhalten und an seiner Zusage,
dass er uns in seiner Hand hält – das kann uns Zuversicht geben. Das kann uns
festen Grund geben, gerade da wo alles wackelig und unsicher erscheint.

Lassen Sie uns einander darin bestärken, dass wir unsere
Zuversicht auf Gott setzen. Gerade in dieser Zeit tut es gut, wenn wir einander
Mut machen – auch aus unserem christlichen Glauben heraus. Lassen Sie uns
einander daran erinnern, dass wir den Mut nicht sinken lassen, auch wo uns
manches schwer, unsicher und vielleicht unbegreiflich erscheint.

Eine Möglichkeit, wie wir uns gemeinsam in unserem Glauben
bestärken können, ist das gemeinsame Gebet. Da wir uns zu Andachten und
Gottesdiensten nicht versammeln können, haben sich viele Gemeinden –
evangelische wie katholische – deutschlandweit der Aktion „Licht der Hoffnung“
angeschlossen, bei der auch unsere Kirchengemeinde mitmacht. Jeden Abend zur
Zeit des Gebetsläutens um 19.00 Uhr beten Menschen in ihren Häusern für unsere
Gemeinde, unser Land und die Welt. Wenn wir in unseren Häusern das Vaterunser
beten, wissen wir, dass wir so miteinander verbunden sind und in Verbindung mit
Gott stehen. Wer mitbetet, stellt eine Kerze ins Fenster – als Licht der
Hoffnung. Ich möchte Sie ermutigen, mitzumachen und sich der Gemeinschaft im
Gebet anzuschließen. So entsteht ein Hoffnungszeichen, das unsere Zuversicht
stärkt.

Gemeinsam wollen wir der Corona-Krise unser „Dennoch“
entgegensetzen. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei
meiner rechten Hand.
Was auch kommen mag: Gott lässt uns nicht los. Er will
uns mit seinem Geist durchdringen, der Zuversicht in uns wirken kann. Lassen
Sie uns einander immer wieder daran erinnern, dass Gott – auch in dieser
bedrohlich erscheinenden Situation – uns nahe ist. Auch wenn wir es manchmal
nicht fühlen mögen und in diesen Tagen vielleicht manchmal schwer glauben
können: Gott ist da – in unserer Welt, in uns und in der Gemeinschaft, die uns
verbindet.

Ich wünsche ihnen die Zuversicht, die Gott uns schenken will
und alles Gute für die Zeit, in der wir stehen.

Ihr Pfarrer Jens Arnold

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