Andacht 29.03.2020

Gott spricht: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

(Jesaja 41, 10)

Liebe Leserinnen und Leser!

Wir haben eine Woche hinter uns, wie wir sie noch nie erlebt haben. Eine Woche lang haben wir uns eingerichtet in einer Ausnahmesituation, die uns vor große Herausforderungen stellt. Schulen und Kindergärten sind jetzt schon die zweite Woche geschlossen. Doch jetzt erleben, was ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens und die Einschränkung sozialer Kontakte für uns bedeutet. Es fehlt uns, dass wir andere nicht treffen können, wie wir es gewohnt waren. Gerade jetzt würde es guttun, wenn wir uns begegnen könnten und den Menschen, die uns viel bedeuten, ganz nahe sein könnten Doch zum gebotenen Mindestabstand und der drastischen Verringerung sozialer Kontakte gibt es zurzeit keine Alternative.

Andere sind sich näher, als sie es vorher waren. Familien verbringen ihre Zeit in den eigenen vier Wänden. Vieles muss dabei unter einen Hut gebracht werden. Arbeit im Homeoffice und die umfangreichen schulischen Aufgaben der Kinder, die über das Internet eintreffen. Familien stehen vor der Herausforderung, wie sie den Tagesablauf unter diesen Umständen neu gestalten. Da ist auch die Frage: Wie finde ich meine Rückzugsmöglichkeit? Wie finde ich meinen Ausgleich und in dieser neuen Situation?

Doch nicht nur in unserem äußeren Leben mag diese Ausnahmesituation ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Auch unser Innenleben –unsere Gedanken und Gefühle – sind ja von der Corona-Pandemie betroffen. Wir hören und lesen die neusten Nachrichten. Wir sehen eine Vielzahl erschreckender Bilder. Da fragen wir uns: Was kommt auf uns zu? Viele Menschen sind schon jetzt von den wirtschaftlichen Folgen der gegenwärtigen Maßnahmen betroffen.

Menschen fragen auch: Wann wird das vorbei sein? Doch wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wir können eigentlich nur von Tag zu Tag denken. Das schafft Ungewissheit. Solche Ungewissheit ist für uns Menschen immer schlecht auszuhalten. Wir suchen nach dem, was gewiss und zuverlässig ist. Wir brauchen festen Boden unter den Füßen.

Das Wort des Propheten Jesaja, das ich dieser Andacht vorangestellt habe, ist ein Wort der Gewissheit. Gott spricht: Fürchte dich nicht! Das ist für manchen sicher in diesen Tagen leichter gesagt als getan. Wenn Ungewissheit und auch Furcht in einem hochsteigen – kann dann einfach jemand sagen: Fürchte dich nicht? Ändert das etwas?

Es ist Gott, der uns furchtsamen Menschen dieses „Fürchte dich nicht!“ zuspricht. Und ich denke, das ändert etwas. Gott bleibt bei uns, gerade da, wo wir furchtsam sind. Er selbst will wieder Zuversicht in uns wachsen lassen. „Ich bin dein Gott“ – so sagt er es den Menschen zu. Und damit sagt er uns auch: “Ich bleibe dein Gott“. Er weicht nicht von uns – auch wenn es sich vielleicht in diesen Tagen manchmal anfühlt, als sei Gott weit weg. Auch, wenn wir von dieser Nähe Gottes gerade so wenig spüren mögen.

„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir“ – Gott bleibt uns doch nahe. Er wird uns weiter mit seinem Heiligen Geist durchdringen. Spüren kann ich das vielleicht an jedem guten Wort, das Menschen mir am Telefon sagen. Ich kann das vielleicht auch spüren, wenn ich ein gutes Wort sagen durfte und ich merke, dass es jemandem Kraft gegeben hat. Spüren kann ich Gott in den Menschen, mit denen ich Kontakt halte.

Jesus spricht: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter Ihnen. Versammeln können wir uns in diesen Tagen nicht. Aber ich bin gewiss, dass Jesus mit seinem Geist bei all denen ist, die in dieser Zeit am Telefon oder über die verschiedenen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten zusammenkommen – um sich Worte der Hoffnung weiterzusagen oder einander einfach das gute Gefühl geben: Wir sind zusammen – auch über räumliche Distanz hinweg.

Und nicht zuletzt halte ich daran fest, dass sich in all dem Guten, was jetzt in dieser Zeit geschieht, sich Gott uns zeigt. Er zeigt sich in all der Hilfe, die Menschen einander zukommen lassen. Er zeigt sich in all dem, was Menschen jetzt leisten, die für unsere Gesundheit tätig sind, und im täglichen Einsatz, den die bringen, die – wie es jetzt so oft heißt – „den Laden am Laufen halten“.

Gott gebe uns weiterhin die Zuversicht, die uns jetzt guttut. Er gebe uns seinen Geist, damit wir einander stärken. Er spricht uns zu: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott.“

Ihr Pfarrer

Jens Arnold

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