Jesus kommt zu uns – im Namen Gottes.

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde,
nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!

Johannes 12, 12-13

Der Palmsonntag steht im Zeichen des Einzugs Jesu in Jerusalem. Die Evangelisten erzählen uns davon, wie Jesus in die Stadt kommt. Sie erzählen eine Geschichte voller Freude. Wie ein König wird Jesus empfangen. Da sind Menschen, die ihre Hoffnung auf ihn setzen. Sie haben gehört, wie er Menschen Gutes getan hat – an Leib und Seele. Es mag diesen Menschen Hoffnung gegeben haben, einen zu empfangen, der an sie denkt. Sie erwarten Jesus als den, der auch ihnen Gutes tut.

Deshalb feiern diese Menschen spontan, als Jesus nach Jerusalem kommt. Ein wichtiges Ereignis erleben sie mit, das vorher gar nicht groß angekündigt war. Diese Menschen, die da stehen und ihrer Freude Ausdruck verleihen, machen diesen Einzug erst zu einem solchen großen und wichtigen Ereignis. Denn an ihnen sehen wir, was Jesus bewirkt. Er ist der Grund der Freude. Er ist der Grund der Hoffnung für diese Menschen. Denn sie spüren: Dieser Jesus ist auf unserer Seite. Er will Gutes für uns. Und noch mehr mögen diese Menschen begriffen haben: In diesem Menschen Jesus zeigt uns Gott selbst, dass er auf unserer Seite ist. Egal, was war. Egal, was ist. Er bleibt bei auf unserer Seite.

In Jesus zieht Gott selbst in Jerusalem ein. Menschen jubeln. Menschen freuen sich. Doch bald wird klar, dass Jesus nicht in die Stadt gekommen ist, um zu herrschen. Er ist nicht gekommen, um sich zum König auszurufen. Sein Weg ist ein anderer. Er geht den Weg zu den Menschen noch weiter. Er kommt nicht nur in ihre Stadt, sondern er geht in die tiefsten Tiefen und in die dunkelste Dunkelheit ihres Lebens. Er nimmt Leid und Tod auf sich. Er tut das, weil er Menschen auch im Dunkel, im Leid und in Angst nicht alleinlässt. Er bleibt bei ihnen und verbindet sich untrennbar mit den Menschen.

Das mag uns ein Gedanke der Hoffnung sein in dieser schwierigen Zeit, in der wir gerade leben. Das mag uns Hoffnung geben in dieser Zeit der Corona-Pandemie. Das mag uns zum Licht werden in der Dunkelheit. Jesus zieht bei uns ein. Er ist das Licht. Er ist die Hoffnung, die Gott uns geben will.

Vielleicht mögen wir davon gerade so wenig spüren. Nach „Hosianna“ ist uns vielleicht gerade nicht zumute. Und doch kommt er zu uns – und das kann ganz anders geschehen, als wir es gerade für möglich halten. Vielleicht kommt Jesus gerade zu uns in einem Telefonanruf, bei dem wir spüren: Da ist ein lieber Mensch, der an mich denkt. Da kommt Jesus vielleicht zu uns in einem hellen, hoffnungsvollen Gedanken, der plötzlich da ist inmitten der vielen Nachrichten. Da kommt Jesus zu uns, weil für einen Moment alle Befürchtungen und Ängste einen Schritt zurückweichen. Da kommt Jesus zu uns, wenn einer spürt, wie er doch in allem von Gottes guter Kraft umfangen und getragen ist.

Vielleicht geschieht es gerade jetzt – in diesen Tagen, in denen doch so vieles anders ist und vieles uns umtreibt, dass wir etwas von dem spüren, der kommt im Namen des Herrn. Mögen wir spüren, dass er bei uns einzieht, damit wir Ruhe finden für unser Denken und Fühlen und damit wir uns getragen wissen von dem, der in allem an unserer Seite ist. Seinen Geist, die gute Kraft Gottes, hat er uns verheißen. Möge Gott diese Kraft uns immer spüren lassen, gerade, wo wir es am nötigsten brauchen. Er stärke uns durch seine Gegenwart.

Ihr Pfarrer
Jens Arnold

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