Licht in der Dunkelheit

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Jesaja 9,1

Liebe Gemeinde!

Weihnachten feiern ohne Gottesdienst. Vielleicht nur wenige Verwandte besuchen und nicht wie über die Jahre gewohnt groß feiern. Oder auf Kontakte ganz verzichten In diesem Corona-Jahr ist vieles anders. Vielen liebgewonnenen Traditionen können wir heuer nicht einfach so nachgehen. Vieles ist abgesagt und fällt aus. Wir spüren gerade jetzt zu Weihnachten, wie tiefgreifend die Pandemie unser Leben beeinflusst und verändert.

Weihnachten im Corona-Jahr 2020 verändert aber nicht nur, wie wir leben und wie wir ein für viele so bedeutsames Fest feiern. Diese Situation mag uns auch im Inneren verändern. Bei manchem mag der Ärger überwiegen, weil er oder sie spürt, was da fehlt. Viele mögen aber auch einfach beunruhigt sein von den Nachrichten, die wir hören, lesen oder sehen. Trotz der leichteren Einschränkungen im November sind die Zahlen der Neuinfektionen weiter gestiegen. Wir lesen – vielleicht täglich – wie viele Menschen an einer Corona-Erkrankung sterben. Ungewissheit mag sich da breit machen. Nicht wenige mögen sich einfach machtlos oder bedroht fühlen angesichts der Meldungen, die uns da erreichen.

Mit all dem, was da an Gedanken und Gefühlen in uns sein mag, feiern wir in diesen Tagen Weihnachten. Viel Dunkelheit mag da sein, die sich in unseren Herzen breitmachen will. Vieles mag da sein, was den Weg vor uns finster und unklar erschienen lässt. Kann man so überhaupt richtig Weihnachten feiern? So mögen sich manche vielleicht fragen. Ist das dann überhaupt noch Weihnachten?

Auch, wenn vieles fehlt, was für uns eigentlich zu Weihnachten gehört und auch, wenn vieles diese Weihnachtstage in Dunkelheit tauchen will: Weihnachten bleibt. Weihnachten findet statt, gerade weil jetzt die Botschaft des Weihnachtsfestes so wichtig ist. In Jesus Christus kommt Gott selber zu uns. Vor 2000 Jahren haben die Menschen in Jesus von Nazareth erkannt, wie Gott ist. Er ist kein ferner Gott, sondern er will mitten unter uns sein. Deshalb ist Gott in einem einfachen Menschen zur Welt gekommen. Ohne großartige Pracht, fast im Verborgenen geschieht die Geburt. Und die ersten, die davon erfahren, sind die Hirten. Denn Jesus kommt nicht in einem Palast zur Welt, sondern in einem einfachen Stall.

Und doch kommt damit das Licht in die Welt. Das Licht, das von Gott her kommt, ja, das Licht das Gott selbst ist, strahlt auf mitten in der finsteren Nacht. Die Verheißung, die Gott den Menschen durch den Propheten Jesaja gegeben hat, bewahrheitet sich und wird erfüllt. Gott will zu denen kommen, die in Finsternis sind. Gott will mit seinem Licht nicht nur da sein, sondern es soll etwas geschehen. Die, die in dieses Licht mit hineingenommen werden, sollen mit diesem Licht erfüllt werden. Das Licht soll verwandeln, was da an Dunkelheit ist.

Nichts muss so bleiben, wie es ist. Das was jetzt noch an Dunkelheit und Ungewissheit da ist – in uns und in unserer Welt – all das kann durch das Licht Gottes verwandelt werden und. Wenn er uns in sein Licht eintaucht, wird es hell in uns. Menschen können so neue Zuversicht und neuen Mut, neue Kraft und Orientierung finden.

Gottes Licht scheint – auch wenn wir es manchmal nicht sehen können, weil Finsternis noch unseren Blick verhüllt. Ich bin gewiss, dass es auch in großer Dunkelheit – in Furcht, Trauer und Sorge – immer wieder Augenblicke gibt, in denen Gott sein Licht aufstrahlen lässt. Damit es wieder hell werde in uns.

Noch mag unser Blick gesenkt sein. Menschen sind niedergeschlagen und vielleicht erstarrt in der Finsternis, die sie umgibt oder die sich in ihrem Innern breitgemacht hat. Doch Gott, der selbst das Licht ist, kann den Bedrückten den Blick wieder öffnen und sie mit seinem hellen Schein durchdringen.

Wenn Menschen dieses Licht in sich tragen, können sie selbst zum Licht für andere werden, indem sie etwas von diesem Licht weitergeben. Auf vielfältige Art kann das gerade auch in diesen Weihnachtstagen geschehen – durch gute Worte, die ferne und nahe Menschen erreichen, sei es durch einen Anruf, eine Karte oder durch die verschiedenen elektronischen Möglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen. Wenn Menschen etwas von dem Licht, das sie empfangen haben, weitergeben, sind sie wie eine Kerze, an der viele andere Kerzen entzünden werden.

Gottes Licht breitet sich aus. Das Licht der Weihnacht scheint. Es verkündet uns: Nicht die Finsternis wird das letzte Wort behalten, sondern Gott will unsere Finsternis verwandeln, damit sein Licht des Lebens in alles hineinscheine und alles durchstrahle. Alles soll in seinen hellen Schein mit hineingezogen werden. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Autor: Pfarrer Jens Arnold

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